Wochenende im Glarner Land – Legler-Hütte, 7./8. Oktober 2017

 

„Feldspat, Gleis und Glimmer, die vergess ich nimmer.“ Mit jedem Schritt, den ich meinen Körper und meinen Rucksack den steilen, regennassen Weg hinaufschiebe, geht mir dieser Vers durch den Sinn. Ein Schweizer Freund hatte ihn mir bei einer gemeinsamen Bergtour in den Bergen bei Meran im Juli gesagt, als er mir – man teilt ja so Manches, wenn man ein paar Stunden miteinander bergwandert – von seiner Schulzeit erzählte. Der Anblick des grünlich, rötlich und gräulich schimmernden Gesteins, das sich jetzt in bestimmten Abständen unter meinen dickbeschuhten schweren Füßen abwechselt, erinnert mich daran. Vielleicht will ich damit an angenehmere Stunden denken, denn bei besagter Tour war das Wetter schöner, es war Hochsommer und ich konnte mit kurzer Hose und leichter Bluse laufen. Jetzt stecke ich in Thermohose und Anorak und mussjeden Schritt sorgsam setzen, denn es ist glatt, steil, das Herbstlaub rutschig und ich frage mich, warum in aller Welt ich mir das hier antue.

Ich hatte schon in den letzten Tagen mit einer sich ankündigenden Erkältung gekämpft und mich mit den üblichen frei verkäuflichen Brausetabletten dagegen zur Wehr gesetzt. Schwitze ich jetzt so aus Schwäche oder weil ich nicht genug Kondition habe? Dabei hatte es doch so schön angefangen, als Petra, Gisela und Claudia mich heute Morgen um kurz nach sechs Uhr abgeholt hatten und wir nach recht guter Fahrt an Zürich vorbei an der Raststätte Glarnerland den roten Vereinsbus mit den anderen trafen und uns mit einem gemeinsamen Kaffee auf unsere lang ersehnte Wochenendtour zur Leglerhütte (http://leglerhuette.ch/) einstimmten. Mein Herz hatte höher geschlagen, als wir die Autobahn verließen und in Richtung Näfels durch das Tal in den Kanton Glarus einfuhren. Vorbei an saftigen Wiesen mit grasenden Kühen, die die gute Schweizer Schoggi und andere Köstlichkeiten erst möglich machen. Wir passieren sogar eine Produktionsstätte für Schokoladenspezialitäten (Ich glaube, das ist sogar Schweizer Duktus). Gar nicht so leicht, die Seilbahnstation Kies zu finden, wo wir parken und mit dem Aufstieg zur Hütte beginnen wollten. Wir mussten wenden und konnten dadurch das Schild „Gofen“ ( Alemannisch für Blagen) sehen. Alles hat sein Gutes. Am Fuße der Bergstation begrüßten uns sorgfältig in Baumstümpfe geschnitzte tierische Waldbewohner. Und – hey: Schnee auf den Baumwipfeln bis hinunter in den Wald!

Ich schwitze ordentlich. Der Glitsch geht langsam über in weiße Flecken und irgendwann ist es dann soweit: Gerade noch waren wir im Herbst. Jetzt stehen wir in einer zauberhaften Schneelandschaft in gleißendem Sonnenschein und stärken uns mit einem ersten Bissen. Ich bin versöhnt, will nur nicht kalt werdenund bin deshalb froh, dass es bald weitergeht.

Was ist das denn? Eine Gruppe, die nicht so alpin gekleidet istwie wir, zieht ihre Rollköfferchen an uns vorbei. Die Leute kommen von der Seilbahnstation und wollen zu dem in dieser Höhe von uns nicht erwarteten modernen Hotel Mettmen. Die Gartenmöbel sind von dicken Schneehauben gekrönt, aber wir wollen uns ja gar nicht hier setzen, machen stattdessen ein Gruppenbild vor herrlichem Blick auf den Glärnisch und gehen ein Stückchen weiter zum Stausee Garichte. Hier wollen wir an einer Hütte mit Grillplatz vespern und müssen erst einmal Schnee von Bänken und Holzstößen entfernen, um dann in Laugenbrezeln und Landjäger zu beißen. Wir können gar nicht glauben, in welcher märchenhaften Landschaft wir uns plötzlich befinden nach all dieser Plackerei. Es ist Anfang Oktober, gerade noch gingen wir geduckt durch Nieselregenschwaden und sind jetzt im Paradies der Eisprinzessin persönlich.  Anschauliche Tafeln informieren über die geologischen Formationen am Charpfbrugg, wo in grauer Vorzeit eine Hauptüberschiebung der die Alpen formenden Schichten stattfand. Deshalb die verschieden Gesteinsarten, die ich so meditativ unter meinen Schritten wahrnahm?

Rechts über mir thront einem urzeitlichen Reptil gleich ein Steinkoloss auf dem Kamm. Oh, wie liebe ich diese Landschaft!Und weiß jetzt schon, dass ich richtig entschieden habe, auch dieses Mal wieder mitzukommen. Jedenfalls geht es jetzt ein wenig sanfter in die Höhe. Aber nur ein wenig. Bei der letzten Alm mit einer großen Stallanlage, machen wir eine weitere Pause im Schnee, entledigen uns der dicksten Kleidungsschichten, blinzeln in die Sonne und haben verdammt gute Laune.

Und dann geht es richtig los, stetig bergan. Unsere Füße versinken z. T. knöcheltief im mit nassem Schnee überdeckten Moor. Das geht an die Kräfte. Ich habe nasse Füße, meine alten Wanderschuhe waren darauf nicht eingestellt. Die eben noch munter miteinander plaudernde Truppe entzerrt sich, jeder geht seinen Gedanken nach und fordert sich selber Schritt für Schritt auf dem steinigen Weg nach oben. Die Sonne wärmt. Die Füße sind schwer. Noch ein Kehre und noch eine. Links von mir verschwindet der Gebirgsbach in einem dunklen Felsloch. Zuvor hat er noch einen kleinen See durchflossen bzw. sein Wasser dort zu Eis gefrieren lassen.

Endlich zeigt links am Fels ein roter Pfeil „Sonnenberg-Furggele, 2212 m.ü.M., 15 m bis zur Legler-Hütte“. Jetzt möchte ich aber auch ein Foto von mir. Im tiefen weißen Schnee vor dem Blick ins grüne Herbsttal weit, weit unten. Mit Anorak und Rucksack und Sonnenbrille. Ich lächele. Es gibt ein Bild von meinem Vater im Schnee an einem Gipfelkreuz mit Seil und Steigeisen, damals in dem Alter, das ich jetzt habe. Ich hier, 30 Jahre später. Von ihm habe ich die Sehnsucht nach den Bergen. Und jetzt bin ich ihmbesonders nah, hier unter dem Himmelsdach.

Aber, es ist noch nicht vorbei. Jetzt geht die Sonne weg, es wird kälter. Und dann noch ein kleiner Abstieg über den rutschig-glatten Schnee. Dann sind wir angekommen und lassen uns vor der Hütte auf den Bänken nieder. Aber das ist zu kalt. Schnell rein in die modern gebaute Hütte mit ihren Glasfronten und freundlich rotbemalten Wänden. Wir trocknen uns und schlüpfen in eines der vielen Paar Finken, die in allen Größen bereitstehen. Die nette junge Frau begrüßt uns herzlich, und wir wärmen uns erst einmal in der Hüttenstube auf. Ich erweitere meinen Schwyzerdütsch-Wortschatz um das Wort „Isichrütt“. Der Eisenkrauttee läuft wohlig durch meine Kehle, die Wärme des Tees in meine Glieder und die menschliche Wärme der Gemeinsamkeit in mein Herz. Zeit zum Plaudern, Zeit zum Zusammensein mit dieser tollen Truppe, mit der ich so gerne Gipfel erklimme.

Um 18:30 Uhr Abendessen in der Hüttenstube. Am Nachbartisch werden drei junge Engländer mit einer Gruppe junger Schweizer zusammengesetzt und beginnen mit zögerlicher Kommunikation.Nasse Socken liegen vor dem Ofen, in den der Hüttenwirt noch ein paar Holzscheite nachlegt. Ein Paar mit seinem aufgeweckten Jungen und eine Mutter mit ihrem etwa gleichaltrigen Sohn sitzen am Tisch dahinter. Spaghetti Bolognese mit Salat und dazu dieser herrliche Apfelmost. Plötzlich springt alles auf und rennt in Hüttenschuhen nach draußen. Ich hinterher mit meiner kleinen Kamera. Das, was wir sehen, ist überirdisch schön. Das Farbspiel unwirklich, geradezu endzeitlich. Und was ich später auf dem Foto sehe, gleicht einem Gemälde von Caspar David Friedrich. Menschen, die dem rötlich-violetten Horizont entgegeneilen, von der sich die schwarze Bergkette scharfkantig abgrenzt. Menschen, die mit Pantoffeln aufs Eis gelaufen sind. Und draußen, da hinten irgendwo Kriege, Hunger, Flüchtlinge auf dem Meer. Aber auch die Lieben daheim.

Alle kommen wohlbehalten in den beheizten Hüttenraum zurück, Brillen beschlagen, Herzen schlagen höher. Der Abend endet mit Jassen bei den Schweizern, Papiervögel-Bauen und Durch-die-Schlitze-der-hölzernen-Treppe-Schießen bei den Kindern, woran sich ein junges Paar beteiligt und gemeinsam mit den Eltern seine Zeichen- und Bastelkünste entfaltet.

Wir ziehen um auf unser enges Lager, denn – wie kann es anders sein –, erfahrene Skizünftler haben wieder den guten Markgräfler Gutedel und Spätburgunder hochgeschleppt, andere ein paar Knabbereien dazu. Würde man im Kinderzimmer (der einzige Raum, in dem zumindest ein Stockbett stehen könnte) so eng gedrängt und so lange beieinander stehen, tausend Themen diskutieren, lachen und sich zuprosten, wenn man zu Hause wäre? Hier gehört das dazu!

Am frühen Morgen – ohne großes nächtliches Konzert, zumindest habe ich nichts gehört –, ist nichts mehr zu sehen von farbenfrohen Kontrasten. Es ist grau und schneit und weht. Wir stärken uns mit selbstgebackenem Zopf – ein Stück für jeden – Marmeladenbroten und heißem Kaffee und präparieren uns für die Expedition durch die Schneelandschaft. Es ist nicht ungefährlich. Wieder muss jeder Schritt sitzen. Frieder, unser erfahrener Wanderführer, schärft uns ein, dass wir unser Körpergewicht zum oberen Hang hin wenden sollen. Denn wenn sich hier einer die Haxen bricht oder den Knöchel verstaucht... Wir wollen gar nicht daran denken und stapfen vorsichtig hintereinander den Berg hinab, über das schneenasse Moor bis zur Alm, an der wir am Vortag noch in die Sonne geblinzelt hatten. Heute pausieren wir im Unterstand, von der Dachrinne strömt der Regen, wo gestern noch mächtige Eiszapfen glänzten.

Wir treffen unsere kleinen Freunde von der Hütte wieder und, was kann uns das Wetter anhaben? Angedrückte Brote und das letzte hartgekochte Ei: Wie das schmeckt! Je tiefer wir kommen, desto feuchter wird es, gefühlt. Wir wählen, um zumindest eine kleine Abwechslung zu haben, den Weg über die Rückseite des Garichtesees durch vollgesogenes Moos, der Blick auf den stillen See gerichtet, über den sich wattig Nebel schichtet. Auf der Brücke ein letztes Gruppenbild – gut gelaunte Wanderer mit Stöcken vor Nebel. Die Gartenmöbel des Mettmen-Hotels sind nass. Nichts erinnert mehr an den Blick, der sich uns noch am Vortag geboten hatte.

Ich werde noch drei Tage Waden wie Stahlseile spüren. Doch das weiß ich jetzt noch nicht, als ich sorgfältig jeden Schritt auskundschafte über Feldspat, Gneis oder was weiß ich für ein Gestein. Quer zum Fels erweist sich als am stabilsten und trittsichersten auf dem nassglitschigen Untergrund. Nach und nach kommen die tapferen Freunde und Freundinnen im Nieselregen an der Bergstation an.

Wir warten nicht lange, denn es regnet Bindfäden. Wir schlüpfen in trockene Kleidung. Gar nicht so einfach, diese am Auto anzuziehen bei dieser Nässe. Dann fahren los, um uns alle an der Raststätte noch einmal zu treffen, bevor jeder wieder in seinen Alltag zurückgeht. Und um die Bons von der Baupause in diese göttlichen „Mohrenköpfe“ umzutauschen. Ja, in der Schweiz heißen die vollkommen entspannt so, von einer zarten Schokoladenschicht umhüllte, auf einer knusprigen Waffel gebettete süße Schaumküsse. Und alle beißen gleich gern hinein zu diesem krönenden Abschluss dieses herrlichen Wochenendes, welcher Herkunft und Hautfarbe auch immer. Ja, ich weiß, warum ich mir das jedes Mal wieder antue.

 

Eva-Maria Tomczak©

 Fotos der dazugehörigen Fotostrecke ©Eva-Maria Tomczak

Bildergalerie: Glarnerland

 


 Wanderführer : Frieder Kuhn.

 

Teilnehmer: 10. 

Am Sonntag, dem 19.06.16,  fand die Wanderung der Skizunft im Schweizer Jura statt. Hin und zurück sind wir mit dem Skibus und Privatwagen gefahren. Erstes Ziel war das Goetheanum in Dornach. Auch für den, der die Steinersche Architektur nicht mag, ist das Gebäude ungemein beeindruckend und auch die Häuser daneben, die im selben Stil gebaut wurden. Dann ging es bei zunehmendem Regen über die Dornacher Schlossruine auf die Scharflue (ziemlich heftiger Anstieg, der auch wegen Luftnot die geselligsten unter uns zum Schweigen brachte). Wir sind nicht auf den Gempenturm geklettert. Die viel gerühmte Aussicht war vernebelt. Beeindruckend war der senkrechte Felsabsturz ins Birstal. Danach gemächlicher Abstieg nach Gempen und von dort nach einem gemütlichen Halt unter dem Dach einer Bushaltestalle ging es über das Gempenplateau weiter nach Nättenberg und nach Hochwald und über den Rotenrain nach Herrenmatt. Dort haben wir in einem gemütlichen Dorfgasthof eine wohlverdiente Kaffeepause gemacht. Von dort sind wir bei allmählich besser werdendem Wetter wir nach Dornach zurückgewandert. Die Wanderzeit ist uns unter der wie immer sehr kompetenten Führung von Frieder Kuhn im Flug vergangen, die Landschaft des Schweizer Jura hat uns begeistert.


5 Burgen-Wanderung am 29. Mai 2016 im Elsass

Für die Wanderung fanden sich am Sonntagmorgen 6 Frauen und 8 Männer auf dem Park-platz beim Aldi zur Fahrt in das Elsass ein. Mit beiden Ski-Bussen, gefahren von Urs und Friedrich machten wir uns bei gutem Wetter auf den Weg zum Eingang des Münstertales. Das Ehepaar Kundel aus Neuenburg fuhr separat mit dem Privat-PKW, was sich als sehr gute Hilfe erweisen sollte, haben wir doch dieses Auto in Eguisheim abgestellt. Beim Lycée Wintzenheim wurden die Busse abgestellt, die Wanderschuhe angezogen und die Rucksäcke geschultert. Schon von hier unten konnten wir die erste Burg, die Pflixburg sehen, was nach einem kräftigen Anstieg gleich am Morgen aussah. Da es in der Nacht vorher wohl sehr stark geregnet hatte, war auf den schmalen Wegen besondere Vorsicht geboten. Die Burg, eigentlich nur ein Turm mit zerfallenen Mauern wurde kurz besichtigt, bevor es auf guten Waldwegen weiter zur Hohlandsburg ging. Das Wetter wurde immer besser, Sonne mit ein paar Wolken und sehr angenehmen Temperaturen waren zum Wandern durch den schönen Mischwald ideal. Auf der Hohlandsburg, die sehr gut wieder hergerichtet bzw. saniert wurde angekommen, hatten wir eine wunderbare Sicht auf die unter uns liegenden Weinberge, auf Colmar, und in die Rheinebene bis zum Kaiserstuhl. Leider war der Schwarzwald nur im Dunst zu sehen. Hier war dann auch die Mittagsrast. Nach ausgiebiger Pause ging es nun weiter, bergauf und bergab zu den Drei Exen. Von den Burgen, die Dachsburg, die Wahlenburg sowie die Burg Wechmund, waren auch hier nur die eindrucksvollen Türme relativ gut erhalten. Von den restlichen Burgteilen bzw. Räumen ist hier nicht viel zu sehen. Dafür war die Aussicht so gut, dass wir unseren Hausberg, den Blauen in der Ferne sehen konnten. Vom Burg Berg ging der Weg nun steil durch den Wald, dann durch die Reben Richtung Eguisheim. Hier im kleinen Städtchen angekommen war der Kaffee oder auch das Bier der verdiente Lohn für die Anstrengungen. Mit dem Auto von Hans holten unsere Fahrer die Busse, so konnten wir uns den Weg zum Lycée sparen. In der Zwischenzeit hat sich auch der Himmel zugezogen, wir konnten gerade noch trockenen Fußes die Autos erreichen. Den ganzen Tag aber, konnten wir eine sehr schöne Wanderung bei idealem Wetter genießen.
Wir freuen uns schon auf den 19. Juni.

 

 


Wanderung im Simmental, 25./26. Juli 20015

„Skizunft wandert“ las ich in der kleinen Anzeige in der Badischen Zeitung. Im Simmental und mit Übernachtung auf der Höh! Und es waren noch Plätze frei! Friedrich Kuhn sollte man anrufen. Ich dachte nicht lange nach und tippte die angegebene Nummer. „Kuhn“, erscholl eine tiefe sympathische Stimme am Ende der Leitung. „Hier auch“, sagte ich, und das war der erste Lacher, den wir miteinander teilten und dem noch einige folgen sollten.

 

Im knallroten VW-Bus, mit dem ich in Bad Bellingen, wo ich seit zwei Jahren lebe, um 6:50 Uhr am Kurpark sogar abgeholt wurde, war nur noch ein einziger Platz vorn beim Fahrer frei. Trotz der Früh waren alle schon sehr munter und schwatzen erwartungsfreudig. Eine freundliche Begrüßung mit unbekannten Menschen – „Wir duzen uns. Ok, ich bin Eva-Maria.“ – Menschen, die ich gegen Ende dieses Wochenendes sehr viel besser kennengelernt haben sollte. Menschen, die eines teilen: die Freude an der Natur, am Sich-ein-wenig-Schinden und dem darauf folgenden göttlichen Gefühl, wenn man am Ziel angekommen ist und herrliche Gipfellandschaft genießen kann. Das können nur nette Menschen sein!

 

In Lenk angekommen durften wir den Bus auf dem großen zentralen Parkplatz abstellen und begaben uns erst einmal auf die Suche nach dem stillen Örtchen. Die nette Bedienung in der Elk Bar & Restaurant hatte überhaupt nichts gegen unseren Ansturm und wollte auch gar nichts haben. Wie nett diese Dame wirklich war, sollten wir später noch einmal erfahren.

 

Doch jetzt Bergschuhe an, Rucksack auf den Rücken und sofort: Anstieg von 1068 m durch den Guetebrunne über den Vordere Wysseberg. Wir schnauften über die Wiese zum Kamm.  Hast du dich doch ein bisschen übernommen? Aber die anderen schnauften auch und waren ebenfalls froh, als es eine erste Trink- und Vesperpause gab. Nur einer war nicht zu stoppen: Matthias, der unerschütterlich voranschritt und uns damit alle mitriss. Hoch hinaus über den Kamm. Sollten wir es wagen, ihn zu überqueren anstelle um den Berg herum zu gehen? Petrus war uns bis dahin noch gut gesonnen gewesen trotz der unsteten Aussichten, die uns der Wetterbericht gegeben hatte. Und dann war er plötzlich da aus dem Nichts. Der Sturm, der uns auf dem Hang erreichte, die Wand in Windeseile in Wolken hüllte und die mühsam aus den Rucksäcken gezerrten Anoraks aufblies. „Zurück!“ rief Wanderführer Frieder, „Wir gehen außen herum!“ Elke und Werner liehen mir ein Paar Handschuhe, denn wer denkt schon im Juli an Handschuhe?

 

Was war mit der eben noch bewunderten Alpenlandschaft auf dem Weg um den Berg herum nur geschehen? Totale Verwüstung. Matten, Stauden, Sträucher, Bäume zerfetzt, regelrecht abgemäht, wie durch einen riesengroßen Häcksler zerhäckselt. Nach einigen Hundert Metern begriffen wir: hier war ein Hagelgewitter durchgezogen und die Kräfte der Natur hatten gewaltet. Ein großes graues Loch auf dem Weg und ein wenig Stochern mit den Wanderstöcken bestätigte unsere Analyse: unter Dreck lagen erbengroße Hagelkörner. Doch glücklicherweise kam auch die Sonne wieder hervor, und die letzten steinigen Meter zum Hahnenmoospass, die schafften wir auch noch.

 

Schnell waren die Betten bezogen im Lager mit frisch duftender rosaroter Bettwäsche. Eine schnelle Dusche – jo mei, das gibt’s mittlerweile auf der Alm! – und: Bierdurst! Bei einem herrlichen Abendessen an dem eigens für uns reservierten Tisch im Hotel nebenan mit Blick auf diese wundervolle Berglandschaft, da schauten sich glückliche Menschen an, die ein wunderbares Hobby miteinander verbindet, egal woher sie stammen. Und was mich Kind aus dem Ruhrpott noch mehr erstaunte: Da hatten doch wackere Wanderer tatsächlich neben Vesper und Zahnbürste ein gutes Tröpfchen aus dem Markgräflerland durch Hitze, Sturm und Wind den Berg hochgeschleppt! Und sogar Knabberzeug! Beides ließen wir uns als Betthupferl munden und sanken dann sofort in tiefen Schlaf. Na ja. Die meisten. Musikalisch sind die neuen Freunde auch, stellte ich fest. Denn es gab wohl ein - übrigens sehr harmonisch abgestimmtes, sonores - Konzert in der Nacht.

 

Gibt es etwas Schöneres als einen Sonnenaufgang in den Bergen? Frische Morgenluft, die wir durch das geöffnete Fenster in die Lungen aufnehmen. Da geht die Seele auf. Da vergessen wir Beruf und Alltag, unsere eigenen Wehwehchen, sind dem Schöpfer nah. Und hören freundliche Mitwanderer mit Zahnputzwasser gurgeln. Wir räkeln uns und strecken uns und springen aus dem Bett, suchen unsere Socken und sind bereit für neue Herausforderungen. Nach dem wieder so wunderbaren Frühstück - mit echtem Bircher Müsli! – schnallen wir uns wieder unser Gepäck auf den Rücken und laufen über den Metschstand, fotografieren den Wildstrubel und steigen über saftige Almen in das Ammertteli hinab zum: Alpkäsekauf! Die franseligen Baumwolltücher flattern zum Trocknen unter einer Reihe dicker Kuhglocken, die unter dem Vordach der dunklen Sennhütte aufgehängt sind. Und wer luegt da zum Fenster raus? Ein Senn, wie man ihn sich nur im Traume vorstellt! Im blauen Kittel, die dürren Beine in Gummistiefel gesteckt und mit verschmitztem Lächeln hinter dem gestutzten Schnauzbart und aus freundlichen Augen unter dem Käppi führt er uns um die Ecke in die Käseküche und schneidet vom gelben Laib eine dicke Scheibe ab. Herzlich winkt er uns hinterher, als wir über Kuhfladen die Rexlibergwaid hinabsteigen zu den sibe Brünne.

 

Wir treffen nun deutlich mehr Menschen an, die unser Hobby teilen. Auf der Raststätte halten wir uns nicht lange auf. Nur die Männer können es nicht lassen, das Fahrradkonstrukt zu besteigen, das der Wirt zum Antrieb der Säge mit derselben verbunden hat. Ein Schild schreibt die erwünschte Länge der Holzstücke vor, die man erbittet zu erradeln und dabei zu ersägen, um im Winter die Hütte einheizen zu können. Eine tolle Idee.

 

Die sibe Brünnle sind womöglich gar mehr. Trotz der vielen Menschen vermitteln das seit Jahrtausenden  hinabstürzende Wasser und die Rinnsale, die aus vielzähligen Öffnungen im Fels heraustreten, eine herrliche Ruhe. Wir gehen zufrieden und glücklich die Simme entlang zum Simmenfall, verzehren unsere letzten Brote, Würschtel und gekochten Eier beim Zälg und laufen dann bei sich mehr und mehr zuziehendem Himmel auf den Parkplatz in Lenk. Ein letztes Foto vor unserem roten Bus, und dann nach Hause. Pustekuchen! Das Auto lässt sich nicht öffnen. Was ist das denn? Da kommt die nette Chefin der Elk Bar wieder angelaufen. Sie habe doch keine Telefonnummer von uns gehabt! Wir hatten das Licht angelassen. Da ist die Batterie in die Knie gegangen. Schnell hat sie ihr kleines Auto mit dem Starterkabel bereit und macht uns wieder flott. Wir bedanken uns, indem wir auf der Terrasse bei herrlichem Obstkuchen, Kaffee und Desserts dieses wundervolle Wochenende ausklingen lassen. Wir freuen uns und sind dankbar für die inspirierende Landschaft, die menschlichen Begegnungen, die unvergleichliche Gemeinschaftserfahrung und darüber, dass Frieder uns so sicher durch den dichten Autobahnverkehr nach Hause ins Markgräflerland steuert.  

 

Beim nächsten Mal bin ich wir wieder dabei. Kommst Du mit?

 

Eva-Maria Kuhn


 2 Tageswanderung am 22. und 23. August 2015 von Beatenberg zum Niederhorn 

6 Frauen und 4 Männer machten sich im Vereins-Bus der Ski-Zunft, unserem Wanderführer Friedrich und  einem Privat-PKW , früh von Müllheim auf den Weg nach Beatenberg. Schon die Fahrt entlang des Thuner-Sees bei schönem Wetter versprach 2 traumhafte Wandertage. In Beatenberg angekommen bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf die grandiose Aussicht, welche uns  2 Tage begleiten soll. Gemütlich leicht ansteigend liefen wir los und kamen nach 2 Stunden zum „Znüniplatz“ Bödeli wo die ersten Stullen und Getränke ausgepackt wurden. Die Stärkung war auch notwendig ging es doch danach steil im Tannenwald und Gebüsch auf unwegsamen Gelände mit grossen Stufen bergauf. Wer zum Luftholen stehen blieb, konnte sich mit Heidelbeeren stärken bevor wir den Festplatz Chuematte erreichten und dort eine längere Pause machten. Hier war schon fast unser Ziel in Sicht, allerdings in noch weiter Ferne. Weiter ging es zur Alp Oberberg. Der Aufstieg war noch steiler – belohnt wurden wir mit traumhafter Aussicht auf Eiger, Mönch und Jungfrau. Weiter ging es über Kuhweiden und Felsen zum Massenlager im Hotel Niederhorn. Angenehm überrascht über die Grösse des Zimmers konnte sich jeder gemütlich einrichten. Nach einem ersten Bier und Kaffee, mit Rundumblick auf der schönen Sonnenterasse, lockte die Dusche und ein fürstliches Abendessen. Der Sonnenuntergang auf dem Niederhorn mit Blick über den Thuner See in die Alpen hinein war einmalig!  Danach genossen wir  den mitgebrachten Wein in gemütlicher Runde bevor wir alle erschöpft ins Bett sanken.

Am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück bei leider bedecktem Himmel los. Vom Niederhorn Richtung Burgfeldstand war geplant, konnte aber so, da es zu regnen begann, nicht gelaufen werden. Rutschige Felsplatten und ein steiler Abstieg wären zu gefährlich gewesen. So ging es direkt zum Festplatz Chüematte wo tatsächlich ein Volksfest mit Alphornbläser, Bier und guter Berner Wurst auf uns wartete. Wir sind dann gemütlich über Unterburgfeld durch den Spirenwald nach Beatenberg abgestiegen. Im Café noch ein Eis, Kaffee oder Zwetschgenkuchen, das hatten wir uns verdient.

 

 


Wanderung Vogessen19-06-2014 011Tageswanderung am 19. Juni 2014 in den Vogesen/Markstein

 

1 Frau und 4 Männer machten sich mit dem neuen Bus der Ski-Zunft am frühen Feiertag-Morgen von Müllheim auf den Weg in das benachbarte Elsass. Gerne haben wir in Neuenburg Brigitte aufgelesen, war doch dann unsere Gertrud mit den Männern nicht ganz alleine. Die Fahrt von Mulhouse Richtung Thann durch das Tal der Thur bis Kruth ging recht zügig, so waren wir recht schnell auf dem Markstein am Beginn unserer Wanderung. Alles an der Frau, am Mann, dann los. Auf dem GR5 gingen wir zügig oberhalb der Straße bis zum Hundsrucken. Von hier ging es nun bergab zum Lac de la Lauch, wo die „Znüni-Pause“ gemacht wurde. Es kam wie es kommen musste, unser Wanderführer hat es uns ja angedroht, es ging bergauf. Steil bergauf. Zuerst durch den Wald, dann über schöne Frühsommer-Wiesen bis zum Col d’Oberlauchen. Entschädigt wurden wir mit einem tollen Blick nach Nord-Westen in das Herz der Vogesen. Weiter durch Wald und Wiesen kamen wir zum Col d’Hahnenbrunnen. Nach einer kurzen Pause ging es auf fast geradem Weg zur Ferme Auberge Steinlebach zur wohl verdienten Einkehr. Nach Wasser, Bier, Kaffee, Kuchen und Münster-Käse war der Rest des Weges zum Auto auf dem Markstein, eine kleine Übung.
Wir hatten bei bestem Wetter eine sehr schöne Wanderung.
Wir freuen uns schon auf die nächste Wanderung.

Bilder: Markstein in den Vogesen


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Wanderung Adelboden 032

 

 

2 Tageswanderung am 7.+8. Juni 2014 im hinteren Silleretal/Adelboden


4 Frauen und 4 Männer machten sich im neuen Bus der Ski-Zunft und dem neuen Wanderführer der Ski-Zunft sehr früh von Müllheim auf den Weg nach Adelboden. Traumwetter war angesagt, und die noch mit viel Schnee bedeckten Berge machten richtig Lust auf zwei schöne Tage. Trotz der morgendlichen Kühle kamen wir bei dem ersten heftigen Anstieg gleich richtig auf „Betriebsthemperatur“. Auf der ersten Höhe angekommen konnten wir fast die ganze Wanderstrecke des ersten Tages überblicken. Ein kurzer Abstieg in das Kleine vor uns liegende Tal, und wieder ging es über traumhaft schöne Almwiesen in Richtung Sillerebühl. Hier wurde die Mittagspause für ein kurzes Nickerchen genutzt, bevor wir weiter zu einem kleinen See kamen wo es ein kurzer Sekt-Umtrunk gab. Der Weg zu unserer Unterkunft, das „Berghotel Hahnenmoospass“ war ja auch nicht mehr weit. Im Massenlager waren reichlich Betten vorhanden, die auch gleich verteilt wurden. Ein Bier vor der Dusche und die Welt war wieder in Ordnung. Gespannt waren wir nun auf das Nacht-Essen. Eine Suppe, Salat vom Büfett, Hauptgang vom Büfett und ein Eis-Dessert, besser konnten wir es nicht antreffen. Nach der ruhigen Nacht war die Krone des Aufenthalts auf dem Hahnenmoos-Pass, das Frühstückbüfett. So konnten wir gut gestärkt den zweiten Tag der Wanderung beginnen. Der späte Winter machte sich hier auf der Wanderstrecke bemerkbar, waren die Wege noch ganz mit reichlich Schnee bedeckt. Hier galt besondere Vorsicht, ein Abrutschen war nicht empfehlenswert. Im Lurnig-Tal wurden wir mit einem Ständchen eines Alphorn-Bläsers überrascht. Auch die ersten Murmeltiere machten sich mit ihrem Pfeifen bemerkbar. Noch einmal ein kurzer kräftiger Anstieg, bevor wie durch wunderschön blühende Almwiesen wieder Richtung Adelboden kamen. Im Café noch ein Eis, Kaffee oder Bier, und der Rest des Weges zum Auto war eine kurze Sache. Erlebt haben wir zwei wunderbare Tage in einer Traum-Landschaft bei bestem Wetter.
Wir freuen uns schon auf die nächste Wanderung.

Bilder: Wanderung Adelboden 2014

 
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Bernau-Nordicgipfel2014 002 

Skizunft Müllheim beim 10. Nordic Walking Gipfel in Breitnau

Nordic Walking mit Olympia Sieger Fabian Rießle

Nordic Walking gilt als effektives gesundheitsorientiertes Ganzkörpertraining. Es ist leicht zu erlernen, schont die Gelenke, bietet ein individuell anpassbares Ausdauer- und Herz-Kreislauftraining und steigert nicht zuletzt das Wohlbefinden. Am Sonntag, den 1. 6. 2014 fand in Breitnau zum 10. Mal der Nordic Walking Gipfel statt. Die Ski-Zunft Müllheim nimmt seit Jahren mit einer wachsenden Zahl von Teilnehmern an diesem Event teil und startete in diesem Jahr mit einer 15-köpfigen Gruppe  in den Kategorien 21 km und 10 km. Bei optimalen Bedingungen absolvierten alle Teilnehmer mit Bravour die landschaftlich wunderschönen Strecken um sich hinterher im extra aufgebauten Festzelt zu stärken. Nach dem Lauf wurden unter allen Teilnehmern Sachpreise verlost und einzelne herausragende Teilnehmer geehrt. So wurden die beiden jüngsten Teilnehmer mit 8 Jahren und die älteste Teilnehmerin mit 88 Jahren mit einem Preis bedacht.  Außerdem wurden in diesem Jahr die Teilnehmer, die an allen bisherigen Läufen teilgenommen hatten, auf die Bühne geholt und erhielten ebenfalls einen Sachpreis. Als besondere Überraschung wurden die Preise und Ehrungen vom Doppel-Olympiasieger Fabian Rießle überreicht, der seine Karriere bei der Skizunft Breitnau begonnen hat.
Für die Ski-Zunft Müllheim war Erich Dornes zum 10. Mal am Start, der auch die beiden wöchentlichen Nordic Walking –Termine der Ski-Zunft Müllheim leitet.

Nähere Informationen siehe: Nordic Walking

Bilder: Nordic Walking Breitnau

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